Hochbegabt – Hochsensibel?! Wie finde ich das heraus und wie gehe ich damit um?

Hochbegabt Hochsensibel

Hochbegabt und hochsensibel, was heißt das eigentlich?

Ich freue mich über das Gespräch mit Tina Pichler. Tina beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema bedürfnisorientierter Erziehung und achtsamer Elternschaft. Obwohl sie damals noch gar nicht verheiratet war und keine Kinder hatte, sondern im Projekt- und Prozessmanagement eines internationalen Wirtschaftskonzerns beschäftigt war. Aber ihre Vielseitigkeit und das Querdenken, war damals schon von Vorteil. Sie ist selber mit den Themen Hochbegabung und Hochsensibilität in ihrer Familie „betroffen“.

 

Obwohl ich Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalwesen studiert habe und auch sehr viele Weiterbildungen/Schulungen im Bereich Coaching im Anschluss gemacht habe, war das Thema Hochbegabung und Hochsensibilität nicht wirklich dabei. Daher freue ich mich, mit Tina tiefer in das Thema einzutauchen, was diesmal sowohl für BewerberInnen als auch für PersonalerInnen ganz spannend ist.

Hören Sie gerne in den Podcast rein oder schauen Sie sich das Interview auf YouTube an.

Hier ein Auszug:

Hochsensibel

Für hochsensibel gibt es viele unterschiedliche Interpretationen:

Wir sind hier mit dieser Definition unterwegs: Die Fähigkeit Informationen und Daten von außen und von innen vermehrt und erhöht aufzunehmen und zu verarbeiten.

Sie im Gehirn und Nervensystem verschachtelter und intensiver wahrzunehmen, als Menschen, die nicht hochsensibel sind.

Wie stelle ich das fest?

Oft ist es hochsensiblen Menschen nicht bewusst, da die Aufnahme von Daten von innen und außen ja nicht sichtbar ist. Nur über das Verhalten wird es „sichtbar“.  Aber eben auch durch das Verhalten wird es sichtbar, wenn das Umfeld das Verhalten als „anders“ oder „komisch“ einstuft. Bin ich also in einem Umfeld, in dem es nicht geschätzt wird, werde ich eher zurück gezogen sein und mein Potential nicht ausleben können.

Unternehmen könnten das nutzen, wenn sie es einschätzen könnten. Wenn es nicht wertgeschätzt wird, wird die Leistung häufig nicht erbracht und abgerufen. Mit der Folge: Der/die MitarbeiterIn langweilt sich.

Woran merke ich das selber?

Tipp um weiter einzusteigen:

Elaine Aron : Studien die sie durchgeführt hat seit 1997, in der Wirtschaft, Pädagogik, Psychologie. Es gibt noch nicht viele Grundlagen, die hier veröffentlicht oder aufgenommen wurden.

 

Hochsensibel und Hochbegabt, ist das immer verknüpft?

Im deutschen Sprachraum ist es eher getrennt, aber wenn man vom Potential ausgeht, dann kann man schon davon ausgehen, dass bei einem IQ über 130 und darüber hochbegabt nur sein kann, wenn jemand auch hochsensibel Daten und Fakten etc. aufnimmt.

Anzeichen an denen man es erkennen kann:

Kinder, die sich früh viele Gedanken über Themen machen: Wie ist die Welt zu gestalten? Die eine hohe Perfektion verfolgen und einen hohen Gerechtigkeitsanspruch haben. Die sich selbst in Zweifel stellen, weil man es noch besser machen könnte, die sehr emotional sind. Von himmelhoch jauchzend, über zu Tode betrübt. Aber das trifft nicht auf alle zu. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen. Es gibt auch nicht „die“ oder „den“ Hochbegabten oder den/die Hochsensibeln.

 

Hochbegabt, heißt nicht, dass ich ALLES gut kann, es gibt auch Inselbegabung.

Viele Menschen stellen ja tatsächlich ihr Licht unter den Scheffel, obwohl sie jeden Grund hätten, es auf den Scheffel zu stellen.

Es gibt viele Menschen, die Talente für ganz viele unterschiedliche Bereiche haben, die aber immer an sich zweifeln. Menschen, die sehr begabt, sehr fähig und kompetent sind. Sie fühlen sich aber nicht intelligent.

Mythen: „Du bist der Wundermensch, mit 13 schon das Abi, oder der kleine Mozart.“

Hochbegabt gilt eigentlich erst, wer einen IQ von 130 und mehr nachweisen kann. Aber mit einem IQ von 115-130 sind Menschen häufig schon „anders“ als der größte Teil der  Bevölkerung.

Es hilft, sie zu enttarnen, um das Potential zu nutzen. Sie sind häufig sehr kreativ, sie entwickeln neue Ideen, sind stark darin, Szenarien und Lösungen zu finden. Sie haben Ideen zur Umsetzung.

Häufig haben Sie aber auch den Gedanken: Ich möchte nicht auffallen, ich möchte mich nicht in den Mittelpunkt stellen. Häufig sind sie eher introvertiert. Sie möchten sich nicht zeigen, denn sie denken sich, sie könnten ja doch Fehler haben.

 

Häufig sind es Beobachter, die nur im äußersten Notfall nach Hilfe rufen. Sie haben viele Ideen, die aber nicht aus sich heraus gehen.

Wie nutze ich das als Führungskraft?

Wenn die Führungskraft merkt, die Person ist introvertiert, wie kann ich diese Person fördern?

Was bedeutet es introvertiert/extravertiert zu sein?

Introvertierte öffnen sich nicht so, wenn sie vor vielen Leuten sprechen müssen, d.h. hier wären kleine Teams oder Einzelgespräche sehr gut.

In Einzelgesprächen öffnen sich die Menschen viel schneller. Ideen können hier viel besser genutzt werden. Methoden, bei denen man z.B. schreiben und nicht nur reden muss, fördern die Flut an Gedanken und die Person kann sie dann niederschreiben. So gehen sie nicht verloren.

 

Jobs für Hochbegabte/Hochsensible

Branchen: Typischerweise sind sie im Marketing unterwegs. Als „Querdenker“, wo Neues gefragt ist. Aber es gibt keinen Bereich wo es diese Menschen nicht gibt. Menschen in Führungspositionen haben häufig einen IQ über 120.

Es gibt noch die Vorurteile, mit erhöhtem IQ geht ein Elitedenken einher, was natürlich nicht vorteilhaft ist.

Berufe mit divergentem Denken. Es gibt die Introvertierten, die genau sind, die in der Buchhaltung tätig sind. Es gibt aber genauso die Visionäre einer Firma, die mit Drive das Unternehmen voran bringen.

Introvertiert, Extravertiert?

Ob ich introvertiert oder extravertiert bin, bestimmt, ob ich in der richtigen Rolle oder am falschen Platz bin. Im größeren Unternehmen bin ich als introvertierter Mensch in der Buchhaltung dann wieder richtig, wenn ich mehrere Menschen und Prozesse zu führen habe. Da durchbricht das Element der Führung die Routine. Z.B. auch Steuerberater, die verschiedenste Unternehmen betreuen. Routine ist ein Blocker!

Weiter geht es mit dem Podcast zu High-Sensation-Seeker und dem Imposter-Syndrom/Hochstapler…

 

FRAGEN:

Wie bewerbe ich mich um einen Job, wenn ich hochbegabt oder hochsensibel bin?

Wie agiere ich als Mitarbeiter z.B. bei einer Gehalteserhöhung?

Erwähne ich das oder lieber nicht?

Wie gehe ich als Personaler mit hochbegabten oder hochsensiblen Menschen um?

 

High Sensation Seeker

Hier geht es zum nächsten Interview zum Thema „High Sensation Seeker“

 

Shownotes:

Tina Pichler: https://www.tinapichler.com/ 

Interview-YouTube

Büchertipps von Tina

Elternkompetenztest

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.tinapichler.com zu laden.

Inhalt laden