Bewerbungsstrategie für Führungskräfte: Ihr Fahrplan zwischen Suchen und Gefunden werden
Sie sind Führungskraft oder erfahrene Fachkraft und denken über den nächsten Schritt nach. Die Frage ist nicht, ob Sie sich bewerben. Die Frage ist, mit welcher Strategie.
Was der verdeckte Stellenmarkt ist und warum Unternehmen ihn nutzen, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben.
Hier geht es um den nächsten Schritt:
Wie bauen Sie sich daraus Ihre eigene Strategie, passend zu Ihrer Position und Ihrer Situation?
Executive Search und Headhunting
Für Positionen im gehobenen Management setzen Unternehmen häufig auf spezialisierte Headhunter, gerade wenn es diskret bleiben soll. Als Personalleiterin habe ich das selbst so gehandhabt: Z.B wenn eine Schlüsselposition neu besetzt werden musste, ohne dass der aktuelle Stelleninhaber davon wusste, war ein Headhunter der richtige Weg.
Für Sie als Kandidat oder Kandidatin bedeutet das: Ein guter Headhunter kontaktiert Sie diskret, oft für Positionen, die nie öffentlich ausgeschrieben werden. Manchmal sogar für Positionen, die es offiziell noch gar nicht gibt. Bauen Sie sich deshalb ein Verhältnis zu ein bis zwei Personalberatern auf, denen Sie vertrauen, statt auf jede Anfrage zu reagieren, die in Ihrem Postfach landet.
Active Sourcing über Business-Netzwerke
Active Sourcing hat sich in den letzten Jahren von der Ausnahme zum Standard entwickelt, besonders bei erfahrenen Fach- und Führungskräften. Das Institute for Competitive Recruiting ( Wolfgang Brickwedde) beobachtet und beschreibt diese Entwicklung seit Jahren in seinen Active-Sourcing-Reports: Recruiter sprechen heute gezielt über LinkedIn und XING Kandidatinnen und Kandidaten an, statt nur auf Bewerbungen zu warten. Empfehle ich auch gerne HR-lern..
Für Sie heißt das konkret:
- Ihr Profil sollte Ihre Erfahrung so präzise beschreiben, dass Recruiter Sie über die richtigen Suchbegriffe finden.
- Fachliche Beiträge und Kommentare zeigen Expertise, ohne dass Sie aktiv suchen müssen.
- Eine klare Positionierung, wofür Sie stehen, ist wichtiger als ein möglichst allgemein gehaltenes Profil.
Jobportale und Karrierenetzwerke
Jobbörsen wie Stepstone oder die Google-Jobsuche kennen Sie vermutlich schon. Legen Sie sich Suchagenten mit klaren Stichworten an, dann kommen die passenden Angebote zu Ihnen, statt dass Sie täglich suchen müssen.
Bei manchen Jobbörsen können Sie zusätzlich Ihren Lebenslauf hinterlegen. Genau hier beginnt „gefunden werden“: nur ein hinterlegter Lebenslauf kann auch gefunden werden. Bedenken Sie dabei, dass auch Ihr eigenes Unternehmen Sie über diesen Weg finden kann, wenn es dort selbst sucht. Wer verdeckt sucht, sollte das im Blick behalten.
Jobportale wie Indeed oder Kimeta durchsuchen wiederum mehrere Jobbörsen gleichzeitig und leiten Sie direkt zur passenden Ausschreibung weiter. Praktisch, wenn Sie sich nicht auf zehn Plattformen einzeln einloggen wollen. Auch Suchagenten sind mittlerweile ganz gut selber zu erstellen (Claude etc.). Hier finden Sie auch den Betrag von Christian, der Prompts für die Jobsuche entwickelt hat.
Mitarbeiter-Empfehlung
Viele Unternehmen zahlen eine Prämie, wenn ein Mitarbeiter jemanden empfiehlt, der eingestellt wird, häufig ausgezahlt nach bestandener Probezeit. Für Sie bedeutet das: Reden Sie darüber, dass Sie sich verändern wollen, wo immer das möglich ist. Oft kennt jemand jemanden, der genau die Position hat, nach der Sie suchen. Wichtig: Sagen Sie nie: "Ich bin für alles offen" damit fallen Sie niemandem ein.
Diskrete Jobsuche für etablierte Führungskräfte
Vertraulichkeit ist für viele meiner Coachees der entscheidende Punkt, gerade wenn die aktuelle Position noch läuft. Drei Dinge helfen dabei:
- Ein Headhunter, dem Sie wirklich vertrauen, statt der erstbesten Kontaktanfrage.
- Sorgfältig gesetzte Privatsphäre-Einstellungen auf LinkedIn und XING.
- Eine bewusste Entscheidung, wer Ihr Profil sehen kann und wer nicht.
Zum Thema Headhunter habe ich außerdem mehrere Podcast-Folge aufgenommen, hören Sie gerne rein.
Ihre Strategie: aktiv und passiv kombinieren
Aus meiner Erfahrung funktioniert am besten eine Mischung aus beidem.
Aktiv bedeutet: Sie sprechen Headhunter gezielt an, pflegen Ihr Netzwerk bewusst und zeigen Präsenz auf den Plattformen, auf denen Ihre Zielunternehmen unterwegs sind und das bitte rechtzeitig! Zu häufig höre ich von meinen Coachees, hätte ich Sie nur 6 Monate früher getroffen.
Passiv bedeutet: Ihr Profil ist so gepflegt, dass man Sie findet, auch ohne dass Sie aktiv suchen. Ein Fachbeitrag, ein Vortrag, ein Kommentar, eine klare Positionierung, das alles arbeitet für Sie weiter, während Sie sich um Ihren aktuellen Job kümmern.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich als Führungskraft eine neue Position, ohne dass mein Arbeitgeber es merkt?
Diskretion gelingt am besten über einen Headhunter, dem Sie wirklich vertrauen, über sorgfältig gesetzte Privatsphäre-Einstellungen auf LinkedIn und XING und indem Sie genau überlegen, wer Ihr Profil sehen kann. Die aktive Suche auf Jobbörsen unter eigenem Namen ist meist der unsicherste Weg.
Was ist Active Sourcing?
Active Sourcing bedeutet, dass Recruiter Kandidatinnen und Kandidaten gezielt über LinkedIn, XING oder andere Netzwerke ansprechen, statt auf Bewerbungen zu warten. Für erfahrene Fach- und Führungskräfte ist das inzwischen einer der wichtigsten Rekrutierungswege.
Brauche ich als Führungskraft einen Headhunter?
Nicht zwingend, aber er hilft: Ein guter Headhunter kennt Positionen, die nie öffentlich ausgeschrieben werden und kontaktiert Sie diskret. Aus meiner Erfahrung als Personalleiterin lohnt es sich, ein Verhältnis zu ein bis zwei Personalberatern aufzubauen, denen Sie wirklich vertrauen.
Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, melden Sie sich gerne zu einer virtuellen Kaffeepause bei mir. Dann schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation und Ihre nächsten Schritte.
Viel Erfolg beim nächsten Schritt.
Shownotes:
Der verdeckte Stellenmarkt
Wie Sie auf LinkedIn gefunden werden
So optimieren Sie Ihr LinkedIn-Profil für Headhunter
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