Walt Disney – wie aus Träumen umsetzbare Ideen werden

Walt Disney Strategie Wie werden aus Träumen umsetzbare Ideen

Walt Disney Strategie

Kennen Sie das, Sie sind ambitioniert und haben eine gute Idee, kommen ins Schwärmen und schon meldet sich der Kollege (m/w) und erstickt die Idee im Keim?

Zu teuer, keine Kapazitäten, keine Zeit! ….

Vielleicht ist es nicht der Kollege sondern schon Ihr eigner Kritiker, der die Idee gleich beiseite schiebt und sagt, na komm, das kann doch gar nichts werden, alleine die Kosten, der Ort, die Ressourcen, das wird nie was ….!

„Ja aber“ – häufig unser Begleiter!

Und zack –  ist die Idee geplatzt!

Beide „Parteien“ haben wahrscheinlich wertvolle und nützliche Ideen, Einstellungen und Ansichten. Schließlich ist es auch blöd, wenn Ideen immer während der Umsetzung scheitern. Aber Ideen immer sofort zu zerstören ist auch nicht zielführend.

Wäre es nicht schön, wenn Sie Projekte einfach mal träumen könnten und das eine oder andere dann auch tatsächlich umgesetzt wird?!

Das gilt natürlich genauso für Ihren zukünftigen Job.

Warum nicht erstmal träumen und überlegen: Was ist mein „Traumjob“?

Wobei ich das Wort Traumjob schon so abgenudelt finde. Sie können mir ja gerne mal schreiben, was für Sie ein passender Begriff ist.

Anstatt direkt alles wieder einzureißen und zu denken, klappt aus den unterschiedlichsten Gründen sowieso nicht, denken Sie doch mal darüber nach, wie es wäre, wenn „alles“ klappt.

Vielleicht gibt es ja gute Möglichkeiten und Chancen „Hindernisse“ zu überwinden, nur so weit kommen wir häufig gar nicht. Wir lassen es gar nicht zu, unser Verstand sagt uns vorher schon oft genug – „ja aber… – geht nicht“.

 

Das Walt-Disney-Format

Jeder kennt vermutlich Walt Disney und die Zeichentrickfilme oder Disney-Land. Spektakulär groß und erfolgreich. Wie ist Walt Disney dazu gekommen? Welche Strategie hat er angewendet?

Die Walt-Disney Methode ist eine Kreativitätstechnik.

Walt Disney hatte 3 verschiedene Räume. Und Robert Dilts hat in den 1990 die Strategie „modelliert“, wie wir im NLP dazu sagen. Für Walt Disney war es wohl eine Gepflogenheit und Dilts hat dies zu einem Format weiterentwickelt.

Dieses Format hat folgende Rollen:

  • Träumer, der Visionär, der großartige Ideen hat
  • Planer, Umsetzer, der organisiert
  • Konstruktiver Kritiker, der genau draufschaut

Durch den Austausch auf den verschiedenen Positionen entsteht der große Mehrwert.

Wie geht das nun?

Zum Einstimmen ist es zuerst einmal nützlich, in die unterschiedlichen Rollen hin zu schlüpfen, dann fällt es im Anschluss leichter, die Positionen „mit einem Thema“ zu wechseln.

Walt-Disney-Strategie

 

 

Träumer
Der Träumer geht davon aus, dass alles möglich ist. Hier wird ganz groß gedacht, es gibt keine Risiken oder Probleme, keine Einschränkungen. Hier gibt es kein: Ja aber….

Hier kennt die Phantasie keine Grenzen. Think big!

Um in diese Position einzusteigen gibt es folgende Hilfestellung:

Erinnern Sie sich an eine Situation, in der Sie kreativ und phantasievoll waren, in der Sie ganz einfach viele Ideen produzierten und viele Einfälle hatten. Oder in der Sie vielleicht Zukunftsvisionen träumten. Versetzen Sie sich in genau diese Situation und Stimmung.

Wo waren Sie da, was haben Sie gehört oder welche Gerüche haben Sie dort wahrgenommen, waren Sie alleine oder mit anderen zusammen?

Bestimmt haben Sie in der Kindheit Sandburgen gebaut oder tolle Bilder gemalt, vielleicht gebastelt oder sind den Helden aus Ihren Büchern in Gedanken gefolgt.

Wenn Sie tatsächlich so gar kein Typ dafür sind:

Stellen Sie sich eine Person vor, die ganz kreativ ist. Überlegen Sie sich, wie sie das wohl macht.

Wichtig ist hier, dass Sie einen Zustand erreichen, in dem es Ihnen ganz leicht fällt zu träumen und kreative Ideen zu entwickeln. So richtig schön groß …..

 

Fragen, die Sie sich in dieser Rolle stellen:

Was wäre schön?

Was fällt mir alles dazu ein?

Was ist total verrückt und abgedreht dazu?

Was ist mein Traum zu der Fragestellung zu dem Thema?

 

Schreiben Sie sich Ihre Ideen auf oder nehmen Sie diese auf, damit alles festgehalten wird.

Um aus dieser Rolle wieder „heraus“ zu kommen, stehen Sie auf, „schütteln sich mal“ 🙂 , trinken vielleicht ein Glas Wasser und verlassen aktiv den Träumer, bzw. die Träumerposition. Im NLP nennen wir das Separator. Also Trennung von dieser Rolle.

Dann kommt die nächste Phase.

Realistischer Planer

Erinnern Sie sich an eine Zeit, in der es Ihnen leicht möglich war, realistisch und sorgfältig zu planen oder denken Sie an jmd. der das gut kann.

Ein Zustand, in dem Sie viele Lösungswege für ein vorgegebenes Ziel, z. B. wie ein Techniker in einem Ingenieurbetrieb finden konnten.

In dieser Rolle denken Sie weder überschwänglich positiv, noch üben Sie Kritik, es ist eher neutral.

Suchen Sie sich eine der Ideen des Träumers aus, die Sie jetzt planen möchten.

 

Fragen in dieser Rolle:

Wie könnten Sie diese Idee verwirklichen?

Was kostet das?

Wie ist das zu managen?

In welcher Situation waren Sie besonders geschickt oder haben etwas clever gelöst?

Was wird für die Umsetzung benötigt (Technik, Material, Zeit, Ressourcen)?

Welche Schritte sind notwendig, wie kann realisiert werden, was der Träumer sich ausgedacht hat?

Welche Grundlagen sind schon vorhanden?

In welcher Reihenfolge müssen sie getan werden?

Wie lange dauert es, bis das Ziel erreicht wird?

Welche Zwischenziele wären denkbar

Welches Budget brauchen Sie?

 

Notieren Sie sich Ihre Überlegungen und verlassen Sie wieder die Rolle.

Wie oben erwähnt, ein Glas Wasser trinken, um den Stuhl laufen oder anderweitig unterbrechen und die Rolle „beenden“ bzw. wieder herausschlüpfen. Der sogenannte Separator.

 

Konstruktiver Kritiker

Der Kritiker tut das, was der Name schon sagt, er übt Kritik. Das bringt visionär denkende Menschen im Gespräch häufig zur Verzweiflung!

Erinnern Sie sich an eine Zeit, in der Sie konstruktiv und kritisch waren, in der Sie Hindernisse und Einwände frühzeitig erkannt haben und genau wussten, wo Stärken und Schwächen eines Plans liegen.

Schauen Sie sich die Ergebnisse des Träumers und des Planers an. Spüren Sie hinein und entwickeln Sie ein Gefühl für Ihren Plan. Suchen Sie nach Fehlern und Schwachpunkten, seien Sie kritisch! Notieren Sie sich die Punkte, die Sie als Kritiker gemacht haben. Hier könnte das und das passieren…

Der Kritiker schaut sich die Umsetzungsstrategien des Planer an, er kritisiert nicht die Ideen des Träumers!

Fragen in dieser Rolle:

Kann das realisiert werden?

Was fehlt noch?

Was halten Sie für möglich?

Was kann gar nicht funktionieren?

Was wurde noch nicht berücksichtigt?

Können Sie mit diesem Plan Ihr Ziel erreichen?

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Jetzt geht es mit den bisherigen Ergebnissen wieder in die Rolle des Träumers:

Erarbeiten Sie etwas noch Großartigeres.

Nehmen Sie sich die Kritikpunkte vor und erweitern Sie das Ziel.

Bitte nicht die Ideen reduzieren, sondern erweitern!

Wenn Sie noch eine Fortbildung als Anmerkung vom Kritiker für etwas brauchen, dann machen Sie eben die Fortbildung. Oder Sie stellen jemanden ein, der das kann, was Ihnen fehlt. Oder teilen sich einen Arbeitsplatz.

Die Kritik ist also Input für den Träumer

 

Wozu nutze ich die Walt-Disney-Strategie?

Je nach Persönlichkeitsstruktur fällt uns die eine oder andere Rolle leichter oder schwerer.

Das Gute an dieser Methode ist, Sie können das auch zu Hause alleine machen. Am besten stellen Sie sich einen Timer und nutzen tatsächlich unterschiedliche Stühle oder unterschiedliche Räume, damit die Positionen klar getrennt werden können.

Was haben Sie davon?

Sie werden feststellen, dass Sie plötzlich mehrere Perspektiven bekommen. Ideen werden nicht im Keim erstickt und Projekte oder Aufgaben/Ziele können real erreicht werden.

 

Überlegen Sie sich:

Welche Ideen sollen weiter verfolgt werden?

Welche Kritiker-Hinweise sollten beachtet oder berücksichtig werden? Und wie können die nächsten Schritte sein?

Sie erhalten mehr Klarheit und Ihre Ideen werden nicht gleich im Keim erstickt. Tagträume bekommen deutlich mehr Möglichkeiten und es besteht tatsächlich die Chance, dass diese umgesetzt werden können.

 

Enden Sie bei dieser „Übung“ immer im Träumer, damit Sie die Motivation mitnehmen.

Tolle Ideen werden häufig zu früh beerdigt.

 

Mit dieser Übung oder diesem Format haben Sie hoffentlich eine Möglichkeit gefunden „groß und realistisch“ Ihre Ideen anzupacken.

 

Ich freue mich auf Ihr Feedback.

 

Wenn Sie die Übung lieber mit „fachmännischer“ Begleitung machen möchten, melden Sie sich gerne bei mir. Über meinen Kalender können Sie ein kostenfreies Strategiegespräch buchen (max. 20 Min.) und wir können herausfinden, wie ich Ihnen weiterhelfen kann.

 

Literatur:

Robert B. Dilts, Todd Eppstein, Robert W. Dilts: Tools for Dreamers: Strategies for Creativity: Strategies for Creativity and the Structure of Innovation. Paderborn 1994.