7 Phasen der Veränderung – eine persönliche Erfahrung

7 Phasen der Veränderung

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Was sind die 7 Phasen der Veränderung? Diesmal geht es nicht nur um die Theorie und Bewerbung, sondern es wird sehr persönlich. Schnallen Sie sich an.

Das muss jetzt zum Jahresabschluss 2020 noch für mich in einen Beitrag. Sie wissen ja, daß Menschen ganz unterschiedlich ticken, das habe ich im Interview zum Personality Profiler schon mit der Persönlichkeitsanalyse erklärt. Ich nehme Sie bei meiner Geschichte mit und hoffe, dass für Sie auch einige Erkenntnisse dabei sind, wenn Sie gerade in einer Veränderungsphase stecken. In welcher der 7 Phasen der Veränderung ist das?

Legen wir los:

Mitte Februar erhielt ich die Diagnose Brustkrebs. Ein Schock, in meiner Familie gibt es keinerlei Vorerkrankungen und für mich kam es aus heiterem Himmel. 14. Februar – Valentinstag – 2020, ein Datum, das sich leicht einbrennt.

Fragen, die mir durch den Kopf schossen:

  • Was passiert jetzt?
  • Werde ich überleben?
  • Wenn ja wie lange?
  • Was passiert mit den Kindern, die jetzt erst 7 und 9 Jahre alt sind?
  • Muss ich sofort unter`s Messer oder kann ich noch ein paar Tage luftholen und überlegen, wie das jetzt zu händeln ist?
  • Was mache ich mit dem Seminar, das ich für nächste Woche in Hamburg gebucht habe – mit dem unglaublichen Titel: „Psychologie der Veränderung“ – wie passend….

Eine Kündigung, die Sie vielleicht gerade erhalten haben, ist zwar nicht lebensgefährlich, aber von dem Erleben jedes einzelnen sicherlich ähnlich. Da ich auch schon eine Kündigung erhalten habe, kann ich auch das nachvollziehen!

Da diese „Theorie“ ja für jede Veränderung gilt, möchte ich das nochmal ein bisschen genauer betrachten und Ihnen die Phasen, die wir dabei durchlaufen etwas näher bringen. Das hilft Ihnen, die Dynamik von Veränderungsprozessen zu verstehen. Es soll Ihnen auch dabei helfen, Geduld für die Verarbeitung zuzulassen. Dann fällt Ihnen die eine oder andere Handlungsweise bestimmt leichter und Sie merken, wo Sie gerade stehen.

Das habe ich mich in den letzten Monaten – trotz meines Wissens – auch immer wieder gefragt. Hab ich es schon verarbeitet, habe ich es verdrängt oder habe ich es einfach blitzschnell akzeptiert und gar nicht so recht mitbekommen?

Bekannt ist hierzu das Modell von Richard K. Streich oder John Kotter.

Sie beschreiben darin 7 Phasen der Veränderung und den emotionalen Verlauf, den Sie sich vielleicht besser und spontan als Achterbahn vorstellen können. Wer es erlebt hat, wird das bestätigen.

Wichtig ist zu wissen, dass diese 7 Phasen unterschiedlich lang andauern. Das ist sehr individuell. Egal ob Sie Führungskraft sind, die ein Team durch eine Veränderung führt oder selber Bewerber im Veränderungsprozess sind, muss Ihnen dies zu jedem Zeitpunkt bewusst sein.

Manch einer ist ganz schnell, andere brauchen für die Phasen viel länger. Bei Change-Projekten können wir hier sogar von 3-5 Jahren sprechen.

Wenn ich meinen Job selber gekündigt habe, gibt es sicherlich auch die eine oder andere „Kurve“ aus der Achterbahn, aber sie beginnt nicht gleich mit einem Schock. Die Themen Angst und Unbehagen gibt es aber auch hier und sie können auch unterschiedlich lange ausfallen.

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Wir sind ja meist in der Komfortzone, wenn uns eine Nachricht -bei mir Brustkrebs- oder derzeit häufig die betriebsbedingte Kündigung „erwischt“.

Was passiert denn dann? Wie sehen diese 7 Phasen aus?

Die 7 Phasen der Veränderung:

Schock:

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und jede Veränderung wird häufig als Schock erlebt, mal größer, mal kleiner. Wir erleben eine Situation, die Veränderung bedeutet und sind zunächst schockiert. Wir haben Angst vor der neuen Situation und fühlen uns plötzlich damit überfordert oder wir sind nicht bereit, uns auf etwas Neues einzulassen.

Daher ist die Suche nach einem neuen Job häufig direkt nach der Kündigung auch so schwierig und anstrengend. In dieser Phase ist oft eine sinkende Bereitschaft zum Handeln zu beobachten, da die bisherigen Verhaltensweisen nicht mehr anzuwenden sind. Häufig ist die Phase dann durch abwartendes Verhalten und verlangsamende Prozesse geprägt.

Manchmal gibt es vor dieser ersten Phase auch schon negative Vorahnungen, gerade bei der Kündigung.

Ablehnung/ Verneinung:

Nach dem ersten Schock folgt die Ablehnung. Die Ablehnung ist zum Beispiel mit dem Satz: „Das kann doch gar nicht wahr sein!“ oder „Ich glaube es nicht!“ verbunden. Die Ablehnung ist vollkommen normal, da unser Gehirn auf „Automatisierung“ programmiert ist und bei Veränderung erstmal „stockt“. Oft ist hier auch die Angst dabei, das Vertraute zu verlieren.

Einsicht:

Hier startet die Auseinandersetzung mit der Veränderung und es beginnt die eigene Einstellung hierzu sich zu verändern. Es ist unausweichlich. Wir verstehen es, wollen es aber nicht wahr haben und wollen uns noch nicht persönlich verändern. Die Stimmung ist schlecht und das Energielevel sinkt bei den meisten.

Auf rationaler Ebene wird die Entscheidung zur Veränderung akzeptiert, nach dem Motto: Ok ich akzeptiere es, aber….“ emotional ist die Entscheidung noch nicht „durch“.

Akzeptanz:

Erst in dieser Phase beginnt die emotionale und rationale Akzeptanz der Veränderung. Der emotionale Tiefpunkt ist erreicht.

Die eigene Involvierung und die Notwendigkeit der Veränderung wird verstanden und akzeptiert.  Hier gibt es jetzt den Wendepunkt und die innere Ablehnung löst sich und die Veränderung kann angenommen werden.

Jetzt geht es im Bewerbungsprozess darum, zu überlegen, was jetzt kommt. Da ich nicht weiß, was kommt,  gibt es aber immer noch Ängste, den veränderten Anforderungen nicht gerecht werden zu können. “ Ich bin zu alt, ich bin nicht auf dem neuesten Stand, etc.“ . Viele stellen hier ihr Licht unter, statt auf den Scheffel.

Suchen Sie sich Verbündete, die Sie unterstützen! Lassen Sie sich nicht von „Energieräubern“ nach unten ziehen. Die Neuorientierung kann beginnen, erste Zukunftsperspektiven nehmen Formen an.

Testen:

In der fünften Phase geht es jetzt darum, sich mit den geänderten Anforderungen auseinanderzusetzen. Die Einstellung gegenüber der Veränderung ist positiv und durch „Trial und Error-Phase“ geht es weiter. Es gibt Rückschläge aber langsam auch erste Erfolge. Es ist ein Austesten, ein Neugierigsein, welche Verhaltensweisen Erfolg bringen.

Fragen Sie zum Beispiel in dieser Phase Freunde/ Bekannte was sie an Ihnen schätzen! Mit welchen Themen kommen sie zu Ihnen? Vielleicht entstehen ganz neue Ideen für Ihr zukünftiges Aufgabenfeld? Dazu gibt es mehr in dem Artikel Selbstbild/Fremdbild.

Jetzt heißt es, sich aktiv mit den neuen Anforderungen und Aufgaben auseinanderzusetzen.

Erkenntnis:

Nach der Phase des Ausprobierens gibt es nun erste Erkenntnisse über die Auswirkungen der Veränderung und über eigene Kompetenzen. Wer weiß wofür es gut ist….Hier kommen die ersten Ideen, für was es gut sein könnte.

Für den Bewerbungsprozess heißt das nun, sich auf die Zukunft vorzubereiten:

  • Will ich meine bisherige Tätigkeit weiter ausüben?
  • Oder will ich etwas ganz anderes machen?
  • Kann ich vielleicht jetzt endlich die Chance nutzen und mich selbständig machen?
  • Was brauche ich eventuell dazu?

Je besser Sie sich in dieser Phase mit sich selber auseinander setzen, desto genauer können Sie auf Jobsuche gehen.

Es geht darum, aktiv an den eigenen Kompetenzen zu arbeiten, um die Selbstsicherheit zu steigern.

Integration:

Hier gibt es nun „Routine“ im Umgang mit der neuen Anforderung. Die veränderte Situation ist zur Normalität geworden. Es gibt Selbstsicherheit und Erfolge. Die Veränderung ist somit in den Alltag integriert.

 

Nun nochmal zurück zu mir. Also ich glaube, ich habe relativ schnell gemerkt: „Nützt ja nix, da muss ich jetzt durch“. Wenn wir das auf die Phasen übertragen, war das schnell bei der „Einsicht“, aber die emotionale Akzeptanz hat schon ein bisschen gedauert!  Ich kann mich im Nachhinein daran erinnern, dass ich mir vorgestellt habe, im September bist du durch den ganzen Schlamassel hoffentlich durch.

Diese Überlegung war im Februar, die Zeitspanne fand ich ganz schön lang!!! Und es war wirklich so ein bisschen im Tunnel fahren. Leider bin ich immer mal links und rechts am Tunnel angeeckt und habe so diverse Komplikationen mitgenommen. Aber im großen und ganzen habe ich drei Operationen und 12 Chemos gut überstanden. Die letzte Chemo war dann tatsächlich am 30. September 2020.

Seit letzter Woche liegt die Perücke im Schrank und ich kann das Jahr pünktlich zum Jahresende für mich abschließen. Ach ja, da war ja auch noch Corona 😉 …zum Beispiel: kein Besuch im Krankenhaus….

Wie ist das bei Ihnen, welche Erfahrungen haben Sie mit Veränderungen gemacht?

Was lassen Sie dieses Jahr hinter sich und worauf freuen Sie sich in 2021?

Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Neue Jahr.

Shownotes:

Buch John Kotter, Das Pinguin Prinzip

Episode Persönlichkeitsanalysetool Personality Profiler