Meine Grundlagentipps zum Thema Bewerbung – 1. Teil Anschreiben

Auf ins NEUE JAHR

Bewerbung und Anschreiben

Eigentlich wollte ich hierzu nie einen Artikel verfassen, da ich dachte, das ist alles „schon gesagt und geschrieben“ oder sogar auf youtube „verfilmt“.

Aber in der Praxis ist es doch so, dass ich zu dem Thema Grundlagen im Bewerbungsprozess immer wieder Fragen gestellt bekomme. Dies betrifft: was ist alles in der Bewerbung wichtig, wie sieht ein Anschreiben oder ein Lebenslauf aus und wie gehe ich bei der Erstellung am besten vor.

Daher gibt es jetzt doch hierzu einen Artikel, der sich mit den Basics der Bewerbung beschäftigt. Damit es nicht zu viel auf einmal wird, fange ich mit etwas allgemeinen Tipps und mit dem Anschreiben an.

Sie stehen gerade am Anfang Ihres Bewerbungsprozesses?

  • Der Job ist betriebsbedingt gekündigt und Sie haben sich bisher noch nie mit dem Thema Bewerbung befasst?
  • Wiedereinstieg nach der Elternzeit und Sie fragen sich, wie geht das noch mit einer Bewerbung?
  • Oder Sie haben die Nase einfach voll und möchten endlich mal eine Tätigkeit, die Ihnen Spaß macht und bei der Sie sich montags schon freuen wieder aufzustehen.

Auch dann kommt das Thema Bewerbung auf den Tisch.

Was beinhaltet denn eigentlich jetzt die „Bewerbung“?

Es gibt viele Ratgeber und manchmal frage ich mich, wer von den Autoren hat tatsächlich in der Praxis Bewerber ausgesucht? Wer hatte tatsächlich einige hundert Bewerbungen auf dem Tisch, um sich dann für den oder die „Richtige/n“ zu entscheiden?

Meine Erfahrung und meine Tipps aus 20 Jahren im Personalbereich und als Personalleiterin:

Die Bewerbung sollte bestehen aus:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnissen

Gerne können Sie auch noch ein Deckblatt hinzufügen. Das ist aber kein Muss und häufig ist es Geschmacksache.

Ein Deckblatt enthält dann Foto, Namen, Anschrift und Position. Evtl. auch bei längeren Lebensläufen eine Kurzfassung (Aufzählung) als erste Übersicht.

Von den Inhalten wird natürlich jeweils alles angepasst auf die Stellenausschreibung!

Diese Dokumente speichern Sie bitte immer als PDF ab. So kann es nicht zu merkwürdigen Formatverschiebungen kommen. Und ich empfehle Ihnen, das Dokument sich selber einmal zusenden, um zu überprüfen, ob alles so „ankommt“ und zu lesen ist, wie Sie es geplant haben.

Bitte die PDFs auch mit einem sinnvollen Namen abspeichern, sodass die Ansprechpartner die Unterlagen schnell wieder finden, Beispiel: Lebenslauf_T.Mann.

In Ihrer persönlichen Ablage rate ich Ihnen, die Unterlagen noch mit Monat und Jahr oder/und evtl. der Firma, an die Sie diese verschickt haben, zu speichern.

Zum Beispiel: Lebenslauf_T.Mann_5_2017_Firma.pdf.

So finden Sie die Dokumente jederzeit in Ihrem Ordner "Bewerbungen" wieder.

Brauche ich eine "über mich" Seite?

Natürlich können Sie der Bewerbung auch noch die Seite „Über mich“, oder 3. Seite oder wie auch immer diese in den Ratgebern benannt wird, beifügen.

Wenn Sie das möchten, bitte - bitte - bitte, nur dann (!), wenn es wirklich etwas WICHTIGES gibt, was der potentielle Arbeitgeber über Sie wissen sollte.

In 20 Jahren habe ich vielleicht 2 oder 3 wirklich interessante „Über mich“ –Seiten gelesen, alles andere war kopiert und aus den Fingern „gesogen“. Das interessiert tatsächlich keinen Personaler oder Fachvorgesetzten und der Bewerber hat sich wahrscheinlich wirklich viel Mühe gegeben, weil „man es so machen soll, laut Ratgeber“.

Sparen Sie sich die Zeit und investieren Sie diese lieber in das Anschreiben und den Lebenslauf. Wer das einfach aus dem Ärmel schüttelt, kann das gerne machen, aber wie geschrieben, bitte individuell und nicht aus den Ratgebern abschreiben.

Als Personaler hab ich dann schon ab und zu die Frage gestellt, warum halten Sie die Seite für wichtig? Was habe ich an zusätzlichem Informationsgehalt für die Position, über die wir sprechen? Meistens waren es leider „leere“ Floskeln. Dann doch bitte lieber weg lassen. – Meine Meinung -.

Hier gibt es noch weitere Informationen zur Vorbereitung, wie be-WERBE ich mich:

Anschreiben und „Form-Vorlage“

Grundsätzlich gibt es sogar eine Bewerbung nach DIN5008 (DIN= Deutsches Institut für Normung). Das ist die „ganz normale“ Vorlage für Geschäftsbriefe und gibt die Struktur und Formatierung vor.

Bewerben Sie sich für kaufmännische und juristische Berufe, z.B. im Sekretariat oder als Assistenz, empfehle ich Ihnen, Ihr Anschreiben möglichst eng an der DIN zu erstellen, da Sie damit sozusagen Ihre erste Arbeitsprobe vorlegen.

Wichtig ist zu wissen, wie die DIN aussieht! Sie können sich natürlich absichtlich entscheiden davon abzuweichen. Das ist vollkommen ok, manchmal sogar ein „Muss“, z.B. sehe ich das im kreativen Bereich so. Hier dürfen oder sollten Sie auch bei Ihrer Bewerbung Ihre Kreativität bereits unter Beweis stellen.

Was regelt eigentlich die DIN5008?

Unter anderem z.B. Adressfeldposition, Betreffzeile, Datumsposition, Seitenränder, Abstände, Absätze etc..

Hier der Link zu einer tollen Übersicht von der Post: DIN5008

Oder Sie nehmen meine Vorlage:

https://www.herrmann-hurtzig.de/wp-content/uploads/2017/06/BriefDIN5008.pdf .

Inhalte und Umsetzen der DIN5008

Adressfeld ist max. 8,5 cm breit & 4,5 cm hoch. Es endet bei 10 cm von der oberen Blattkante. Vorteil dies zu nutzen: Briefumschläge mit Fenster.

Es enthält:

- Vollständigen Firmennamen des zukünftigen Arbeitgebers (incl. GmbH etc. wer hier etwas falsch schreibt, befördert sich schnell ins „Aus“.)

- Vor- und Zuname des Ansprechpartners (wenn nicht bekannt, gute Möglichkeit Kontakt aufzunehmen und das heraus zu finden!)

- Postanschrift (Strasse, Hausnummer, nächste Zeile Postleitzahl und Ort)

Ort und Datum sind rechtsbündig eine Zeile tiefer.

Die Betreffzeile beginnt 2 Zeilen unter dem Datum linksbündig. Enthält aber nicht das Wort „Betreff“ sondern nur z.B. Bewerbung als ... ohne Satzzeichen am Ende.

Anrede 2 Leerzeilen unter der Betreffzeile, und der Text beginnt dann nach einer Leerzeile unter der Anrede.

Text

  • Einleitung (was motiviert Sie? Und bitte nicht den Satz: Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung ...vom... in... gelesen und möchte mich hiermit bewerben. Dieser Satz sollte auf jedenfall individuell sein und auf die Position und/oder das Unternehmen passen)
  • Hauptteil (was können Sie? Be-WERBUNG, womit können Sie für sich werben? Was bieten Sie dem Unternehmen? Warum sollte ich Sie als Unternehmer einstellen?)
  • Schluss (Einladung zum Vorstellungsgespräch, evtl. Gehaltsvorstellung, Kündigungsfrist, falls gewünscht.)

Grußformel eine Leerzeile nach Textende

Unterschrift innerhalb von 3 Leerzeilen handschriftlich/eingescannt

Evtl. Anlagenverzeichnis am Briefende.

Seitenränder:

Oben: 4,5 cm (wenn Sie verkleinern mind. 0,5 Zentimeter oben und unten lassen! Z.B. Name, Adresse, Tel., email in die Kopfzeile)

Unten: 2,5 cm

Linker Rand: 2,5 cm (wenn Sie verkleinern mind. 1 Zentimeter links und rechts lassen!)

Rechter Rand: 2 cm

Wie sieht es mit der Schrift aus?

Die Schriftart sollte 12 Punkt sein (min. 10), so dass sie gut zu lesen ist und der Leser nicht bereits die Lesebrille herausholen muss.

Als Schriftart eignen sich nach wie vor folgende Schriften, die gut lesbar und auf jedem PC/MAC zu nutzen sind: Arial, Times New Roman oder Helvetica

Jetzt fehlt noch der Absender!

Diesen können Sie in der Kopfzeile unterbringen. Name, Adresse, Telefonnummer und email-Adresse, damit man Sie schnell erreichen kann, wenn ein Termin kurzfristig vereinbart werden soll oder es evtl. Rückfragen gibt.

Bitte diese Daten auch immer im Lebenslauf und auf dem evtl. beigefügten Deckblatt angeben!

Geschafft!!!! Ihr Anschreiben ist formell erstellt, jetzt geht es um Ihre persönlichen Inhalte!

Im nächsten Tipp geht es um den Lebenslauf.

Und hier gibt es Tipps für das Vorstellungsgespräch.

Was ist gerade Ihre größte Herausforderung bei der Bewerbung? Schreiben Sie mir!